Vater der „WIR in Herten“ Vorsitzenden verstirbt an den Folgen eines Treppensturzes auf einem öffentlichen Platz in Herten, Jutta Becker erstattet Anzeige wegen „Körperverletzung mit Todesfolge“

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Er war 82, eigentlich ein angemessenes Alter um Lebewohl zu sagen, aber nicht unter diesen Umständen, denn ein paar Tage vorher hat er noch mit seinem Ur-Enkel Fußball gespielt. Herbert Lampa, der Vater von Jutta Becker, stürzte am 17.11.2011 auf einer Treppe eines öffentlichen Platzes vor dem Rathaus in Herten, der 2005 umgestaltet wurde. Dieser Platz hatte vor dem Umbau keinerlei Treppen.
Was ist passiert?
Herr Lampa war unterwegs um seinen täglichen Erledigungen nach zu gehen. An der o .g . Treppe, welche sehr schlecht zu erkennen ist, stürzte er und wurde von zwei hilfreichen Männern in seinen „Hausbus“ gesetzt. Der Busfahrer war so freundlich, dass er ihn vor seiner Haustüre absetze, obwohl dort keine Haltestelle ist!
Am folgenden Tag ging Herr Lampa noch als „Fußgänger“ ins Krankenhaus. Dort veränderte sich sein Gesundheitszustand dramatisch zum Schlechten. Nach 9 Tagen künstlichen Komas verstarb er dann an den vielfältigen Folgen dieses Treppensturzes.
Nun, nach der Beisetzung ihres Vaters, fordert Jutta Becker vehement, dass dieser Unfallschwerpunkt beseitigt wird. Schon aus Berichten verschiedener Zeitungen im Vorfeld und einem Ausschussbeschluss aus dem Jahre 2010, welcher aussagt, dass die unfallträchtige Treppe farblich markiert wird, geht hervor, dass hier die Stadt Herten, scheinbar „geschlampt“ hat. Weder die Markierung ist erfolgt, noch sind die Treppengeländer beleuchtet.

Heute (21.12.2011) berichteten WAZ, BILD und die Hertener Allgemeine über die Anzeigenerstattung. Geradezu verwerflich die Aussage der Stadtsprecherin, Nele Deubler, dass erst 2013 etwas an dem Zustand der Treppe geändert werden soll. Unfassbar, nimmt die Stadt hier weitere Unfälle mit zum Teil schweren Verletzungen oder Todesfolgen biligend in kauf? Ein Skandal ohne gleichen. Die Bemerkung des Ressortleiters der Hertener Allgemeine am Schluss des Berichtes, dass es sinnvoll wäre, wenn bei der Stadt eine Unfallanzeige eingereicht würde, die dort angeblich nicht vorliegt, ist schlichtweg falsch. Jutta Becker hat nach dem verhängnisvollen Sturz ihres Vaters umgehend den Bürgermeister Dr. Paetzel per E-Mail informiert und gefordert, diesen Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Diese E-Mail ging gleichzeitig an die Hertener Allgemeine. „Wenn das keine Unfallanzeige war, verstehe ich die Welt nicht mehr“, so Jutta Becker.
Der Text der E-Mail an Bürgermeister Paetzel, welcher gegenüber der BILD behauptete, er wisse von nichts!
Sehr geehrter Herr Dr. Paetzel,
die Treppe vor dem Kaufland (Otto-Wels-Platz) ist leider sehr gefährlich. Wie ich Ihnen bestätigen kann, habe auch ich aufgrund meiner kranken Augen bei Treppenabständen meine Schwierigkeiten. Ich gehe stets mit Hilfe des Geländers rauf oder runter. Dadurch, dass die Treppe dunkel grau/schwarz ist, ist es sehr schwer die Kanten zu sehen. Ich fordere, wie z.B. im Studio B, eine umgehende Kennzeichnung z.B. durch knalliges Gelb (rückstrahlend) der Kanten, also eine gewisse Sicherung, optisch zu markieren.
Ich muss Sie leider davon in Kenntnis setzen, dass mein Vater genau dort letze Woche gestürzt ist und ins Krankenhaus kam. Der Gesundheitszustand meines Vaters hat sich innerhalb weniger Tage so dramatisch verschlechtert, dass mich am 23.11.2011 der Arzt der Intensivstation des El. -Krankenhauses um 5 : 15 Uhr anrief und informierte, dass mein Vater ins künstlichen Koma gelegt werden musste etc. etc. etc.. Niemand kann sagen, ob er überlebt.
Ich bin zwar zur Zeit mal wieder wegen meiner kranken Augen gehandicapt, trotzdem habe ich mir gestern die Lage vor Ort auch aus der Ferne angesehen und wie sich die Passanten dort verhielten. Ich sprach auch Bürger an und hörte einigemal, dass auch sie der Meinung sind, dass diese Stufen gefährlich seien.
Als eine weitere gravierende Gefahrenquelle betrachte ich die Konstruktion dieser Treppe. Scheinbar durch ein Gefälle des Platzes, verlaufen die Stufen, beginnend bei Niveau „Null“ (Kurt-Schumacher. Str) bis zum Telecom-Laden ansteigend. Dadurch ergibt sich teilweise eine unregelmäßige, also ungleichmäßige Stufenhöhe, die für die Benutzer ungewohnt und dadurch geradezu gefährlich ist.
Ist die Bauweise einer öffentlichen Treppe dieser Art eigentlich durch das zuständige Baurecht zulässig?
Auch die „Schwinge“ vor dem Rathaus hat „böse“ Kanten. Kunstwerk, da kann ich nur drüber lachen.
In Erwartung einer Antwort, verbleibe ich mit freundlichem Gruß.
Jutta Becker
P.S.:
Sollte ich nächste Woche nicht im Rat erscheinen können, wissen Sie den Grund.
Ich hätte im Rat gegen die Gebührenerhöhung gestimmt und es auch begründet, wie auch in der Gebührenrunde. Über die „getürkten“ Unterschriften für den Erhalt der Realschule bin ich von den „Akteuren“ sehr enttäuscht.
Der
Bürgermeister entschuldigte zwar aufgrund dieser E-Mail Frau Becker, die nicht an der anstehenden Ratssitzung teilnehmen konnte, behauptet aber im Nachhinein, dass er von nicht wisse!!!