Nein, Herr Wood-es ist mal wieder anders als Sie denken

Im April 2015 berichteten „WIR“ über eine Stellungnahme der „WIR-Vorsitzenden“ Jutta Becker zu einem Leserbrief des eifrigen Schreibers Jim Wood.

Aktuell meldete sich Mr. Wood mal wieder zu Wort. Jutta Becker antwortete in einem Leserbrief wie folgt:

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Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie Sie als Brite doch wohl gerne in einem Land leben, dass Ihrer Meinung nach nicht besser ist als ein Naziland. Dabei haben Millionen von Menschen in Ihren Kolonien der Briten also  Jahrhundertelang unter Ihrem Volk barbarisch gelitten. Aber ausgerechnet jetzt sich als “Gutmensch” darzustellen empfinde ich als instinktlos. Wir gedenken gerade der vielen unschuldigen Opfern von Dresden. Wer wie Sie als Brite im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen auf andere werfen. Sie vergleichen, Pegida, die AfD, Brandanschläge mit den Nazis. Ich darf wohl darauf aufmerksam machen, dass ausgerechnet die Kolonialmächte, die nachweislich Schuld sind an den Unruhen, Bürgerkriegen in den islamischen Ländern durch reinste willkürliche Grenzziehungen. Diese Grenzen wurden nach Macht und Einflussnahme über die Ölfelder wild in Jahrhunderte alte Strukturen festgelegt. Die Berichterstattungen sind wohl übereinstimmend, dass wohl ausgerechnet die Kolonialmächte sich nicht an der Flüchtlingsproblematik beteiligen, ja geradezu sich wegducken. Auch das hatten wir doch schon einmal. Nämlich als der Krieg in Ex-Jugoslawien los ging. Auch damals hat Deutschland alleine 90 % der Flüchtlinge aufgenommen. Heute wird konsequent der Zugang am Ärmelkanal verteidigt, kontrolliert und befestigt damit jegliche Zuwanderung verhindert wird. So handeln viele Länder in der EU. Aber sich jetzt aufs hohe Ross zu setzen, wie Sie es  hier tun, halte ich doch wirklich für absurd.

Ich glaube, dass es kein anderes Land auf der Welt gibt, dass sich mit seiner 12 jährigen Vergangenheit 1933-1945 so geradezu selbst zerfleischend auseinandergesetzt hat.Sehr geehrter Herr Wood, ich darf Sie daran erinnern, dass der Völkerbund bereits nach dem I. Weltkrieg in Genf die Bombardierung der Zivilbevölkerung grundsätzlich verbieten wollte, komischerweise hat GROSSBRITANNIEN dem nicht zugestimmt. Das britische Empire hatte bereits in Kolonialkriegen wie im Sudan (1916) oder in Afghanistan (1919) Volksaufstände niedergebombt.  Im Sommer 1920 gab es einen Aufstand der Araber im  (von den Engländern aus den ehemaligen drei osmanischen Provinzen Basra, Bagdad und Mosul installierten) Irak als Folge der Verhaftungen und Einkerkerungen eines populären Scheichs, wobei Churchill/Harris als Rüstungs- und Kolonialminister 97 Tonnen Bomben auf die Aufständischen werfen ließ; mehr als 6000 Menschen wurden getötet. Übrigens empfahl Churchill bei Beginn des Konflikts in völliger Skrupellosigkeit den Einsatz chemischer Waffen gegen Rebellen. Ich bin absolut dafür, Giftgas gegen unzivilisierte Stämme einzusetzen, um Angst und Terror zu verbreiten.”  Herr Wood wieviel Millionen Menschen hat denn Ihr Land in Indien umgebracht? 30 Millionen?
Die Briten und Amis hatten ja sogar versucht die Tieffliegerangriffe auf Zivilpersonen in Deutschland zu leugnen. Wissen Sie Herr Wood, acht Jahre nach dem Krieg schrieb der britische Labour Politiker Richard Crossmann, der im zweiten Weltkrieg Leiter der englischen psychologischen Kriegsführung gegen Deutschland war;” Die Zerstörung von Dresden war eines jener Verbrechen gegen die Menschlichkeit, deren Urheber in Nürnberg unter Anklage gestellt worden wären, wenn jener Gerichtshof nicht in ein bloßes Instrument alliierter Rache pervertiert worden wäre.” (Der Spiegel Nr. 4/20.1.03)
Wissen Sie Herr Wood, in der ganzen Weltgeschichte hat noch niemals eine derartige Massenvertreibung von 16 Millionen Menschen stattgefunden. Das ist auch noch heute völkerrechtswidrig. Dresden war eine Rote Kreuz Stadt. Auf Vorstadtbahnhöfen sollen sich an die 500Tsd Flüchtlinge aufgehalten haben. Verwandte sind heute noch traumatisiert, unweigerlich kommt der Angriff von Dresden immer zum Gespräch je älter sie werden. Sie waren Kinder. Es ist eine Schande, wenn man die Toten auf 25Tsd herunterrechnet. In Dresden wurden mehr Menschen getötet, als in dem Atombomben-Inferno von Hiroshima und Nagasaki.
Im Februar 1945 wurde Kurt Vonnegut Zeuge des Vesuv-Ausbruch. Dresden wurde von Brandbomben der Alliierten in den letzten Monaten des Krieges zerstört. Mehr als 600.000 Phosphor-Bomben / Napalm-Bomben wurden auf Dresden geworfen. Vonnegut war amerikanischer Kriegsgefangener und musste Leichen unter den Trümmern bergen, Wo man im Staub überhaupt noch jemand erahnen konnte. Sein Antikriegsbuch von 1969 wurde mit dem Titel Schlachthof 5 veröffentlicht.” Ja, Dresden wurde von Euch Engländern vernichtet. Ihr habt niedergebrannt, ihr habt Elbflorenz in eine einzige Flammensäule verwandelt. In diesem Feuersturm, in dieser einzigen gigantischen Feuerbrunst, starben mehr Menschen als in Hiroshima und Nagasaki zusammen.” (The Independent, London, 20.12.2001)
Konrad Adenauer :” Der Angriff auf die mit Flüchtlingen überfüllte Stadt Dresden am 13.2.1945 forderte alleine etwa 250.000 Tote.”Die Autorin Christine Kluge zitiert Colonel Curtis Dall, früherer Schwiegersohn von F.D. Roosevelt: “Mir wurde von höchster militärischer Stelle mitgeteilt, dass in Dresden, einer offenen Stadt, 385.000 Männer, Frauen und Kinder durch die alliierten Luftangriffe ermordet wurden.”
Schade ist aber, dass es nur so wenige Bilder über dieses Grauen gibt.
Erstaunt bin ich aber über die Tatsache, dass die Alliierten mit Alfred Hitchcock  nach Monaten das Kriegsende und die “Befreiung” nachgestellt haben, die leider bis heute uns als Tatsachen verkauft werden.
Jutta Becker
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