Es war einmal !!!

Jann Hoffmanns Foto.
Jann Hoffmann

Dieser Text ist gedacht für Menschen die VOR 1975 geboren wurden

Danach geboren? Lies NICHT weiter, du verstehst ihn sowieso nicht!

Habt ihr Euch schon mal gefragt, wie es möglich ist, dass wir überhaupt noch leben?

Gemäß bestimmter Theorien von 2004, 2005 und 2006 müssten wir längst tot sein.

Wir saßen im Auto ohne Kindersitz, Gurt oder Airbag.

Unser Bett war mit Farbe voller Blei und Cadmium angestrichen, wie die bunten Bauklötzchen, die wir uns in den Mund steckten.

An den Treppen gab es keine BfU Sicherheitsgitter. Wenn wir nachts weinend im Bett aufgewacht sind, hörte uns niemand. Falls wirklich was los war, mussten wir furchtbar laut schreien. Babyphon? Von wegen!

Flaschen mit gefährlichem Inhalt (auch aus der Apotheke) gefüllt mit Salzsäure oder Brennsprit, konnten wir ganz leicht mit unseren Händchen und mit geringer Motorik öffnen. Türen von Liften gingen einfach zu, wehe wenn da ein Finger drin blieb.

Wenn wir zu faul waren zu laufen, setzten wir uns einfach hinten auf das Fahrrad unseres Freundes. Einen Helm trugen wir nicht mal auf dem Moped und schon gar nicht auf dem Fahrrad.

Wasser tranken wir aus dem Wasserhahn und nicht aus der Pet-Flasche. Aber Farb- und Aromastoffe muss es schon gegeben haben. So rot, so grün und gelb wie die Limonade damals war, sieht sie heute nicht mehr aus.

Seinen Kaugummi legte man am Abend auf den Nachttisch und steckte ihn am nächsten Morgen wieder in den Mund.

Unsere Schuhe waren meistens schon eingelaufen, durch Bruder, Schwester, Cousin oder sonst wen.
Auch das Fahrrad war entweder zu groß oder zu klein, und es hatte keine Gänge, maximal 3 Stufen. Wenn wir einen Platten hatten, war flicken angesagt, mit Wassereimer, Schlauchwerkzeug und Gummilösung.

Wir verließen meistens frühmorgens das Haus und kamen heim, wenn die Straßenbeleuchtung an war. In der Zwischenzeit wußte niemand wirklich, wo wir waren und keiner von uns hatte ein Handy.

Wir ließen im Wald die „Sau raus“, im Park oder auf dem Spielplatz, mit Sandkasten, Schaukel und Klettergerüst, nirgendwo lagen Spritzen oder gebrauchte Kondome.

Wenn wir zu einem Freund wollten, gingen wir einfach hin. Wir mussten vorher nicht anrufen und einen Termin machen. Es kamen auch nie Erwachsene mit.

Wir aßen dann Kekse und bekamen ein Brot mit echter Butter drauf.
Davon wurden wir auch nicht dick.

Wir tranken aus der gleichen Flasche wie unsere Freunde, keiner machte deshalb Theater oder wurde krank.
Wir hatten weder Nintendo, x-Box 64, Fernseher, Videos, DVD`s mit Dolby Surround, MP3 Player, nen eigenen TV mit Satelittenempfang und Internet.
Wir hatten Freunde.

Das TV Programm begann erst um 18 Uhr. Da kam dann eine Stunde was Lustiges für Kinder. Und wehe wer sich nachher traute, aufzustehen, um den einzigen Knopf für einen anderen Sender zu betätigen. Die Eltern bestimmten, was und wie lange „TV geglotzt“ wurde.

Wir haben uns geschnitten, die Knochen gebrochen und die Zähne rausgeschlagen und niemand wurde vor den Richter zitiert. Das waren ganz normale, tägliche Unfälle und manchmal gabs hinterher (zwecks erzieherischer Maßnahmen) noch eins auf den Arsch.

Wir kämpften und schlugen einander grün und blau und es gab keinen Erwachsenen, der sich aufregte. Es hängte auch keiner gleich eine „Peace Flagge“ aus dem Fenster.

Pädagogisch verantwortliches Spielzeug machten wir uns selber, wir schlugen mit Knüppel auf Bälle, bauten Seifenkisten und merkten erst unten am Berg, dass wir die Bremse vergessen hatten.

Wir spielten Räuber und Gendarm und Straßenfußball. Und wer gut war, durfte mitspielen, wer nicht, der musste zuschauen und lernen mit dem Frust umzugehen. Da half eben nur Training. Und das ging ohne Kinderpsychologen und Rorschach Test.

In der Schule gab es auch dumme Schüler. Sie gingen und kamen mit den anderen und alle hatten wir den gleichen Lehrstoff. Manchmal mussten sie ein Jahr wiederholen und darüber wurde auch nicht diskutiert. Auch nicht am Elternabend. Der Lehrer hatte immer Recht.

Wir machten unsere Pausenbrote selber und nahmen einen Apfel mit. Wenn wir es vergaßen, gab es eben nichts, es sei denn ein Freund war gnädig.
Mc Donalds? Burger King? Döner Bude? Snack Bar? Imbiss Stand? M-Take Away? Pustekuchen!

Zur Schule gingen wir – auch im Winter – zu Fuß. Schulfahrten gab’s erst bei weiteren Anfahrten. Libero Tarife? Fehlanzeige!

Wenn Mutter zum Abschied in der Türe stand, oder am Fenster winkte warst du ne Memme. Und kam die „Olle“ als Begleitung mit, na dann „Gute Nacht“!

Ja, wir waren frei und hatten Pech. Ja, und wir hatten Erfolge, trugen Verantwortung und haben gelernt, mit Konflikten umzugehen.

Unsere Generation hat viele Menschen hervorgebracht, die Probleme lösen können, die innovativ sind und die in der Lage sind Risiken einzugehen und die deren Folgen nicht scheuen.

Gehörst Du auch dazu? Gratuliere! Wir waren echte Helden

Bist Du nach 1975 geboren? Und liest immer noch? Verdammt eigensinnig was?
(ich denke aber, ein wenig davon konnte ich meinen Kindern auch noch mit auf den Weg geben, zumindest den Großen ;O))

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