Ausweisen-einfach abschieben!

Die „Recklinghäuse Zeitung“ berichtet über einen interessanten Fall von Transfer-Geld-Erschleichung. Ein heute 48 jähriger Syrer mit sieben Kindern, 2001 aus seinem Heimatland in Deutschland eingereist, besorgte sich aufgrund der politischen Situation falsche Papiere seines Urgroßvaters aus dem Irak und änderte seine Identität. Zehn Jahre lang erschlich er sich die milden Gaben des deutschen Sozialsystems. Nun aber, als guter Beobachter der politischen Entwicklung in seiner Heimat, sah Mohammed die Chance als politisch verfolgter Syrer, seine richtige Identität wieder zu erlangen. Das kippte auf.

Gericht verhängt drastische Strafe in Höhe von 600 €-zahlt diese Strafe auch das Sozialamt?

Gericht

Im Namen des Urgroßvaters

03. August 2011 14:22

RECKLINGHAUSEN. Weil er mehr als zehn Jahre offiziell unter dem Namen seines Ur-Opas gelebt, geschlafen und gehandelt hat, muss ein siebenfacher Vater aus Hillen 600 Euro Geldstrafe bezahlen. Das ergab jetzt ein Prozess am Amtsgericht.

Erst Syrer, dann Iraker und nun wieder Syrer: Der 48-jährige Mann war 2001 mit seiner Familie nach Deutschland eingereist. Nach der endgültigen Ablehnung seines Asylantrags im Mai 2002 griff der Vater in die illegale Trickkiste. Er besorgte sich falsche Papiere, auf denen er plötzlich den Namen seines irakischen Urgroßvaters trug. So wurde aus „Mohamed“ kurzerhand „Yusif“. Anschließend legte der 48-Jährige die neuen Dokumente bei den zuständigen Behörden vor und bekam regelmäßig eine offizielle Duldung für den Aufenthalt in Recklinghausen ausgestellt – 15 Mal nacheinander.

Erst zuletzt fiel der Namensschwindel auf. Und das auch nur per Zufall: Denn da hatte es sich der 48-Jährige plötzlich wieder anders überlegt und wollte seine hinterlegten – falschen – Daten ganz offiziell bereinigen. Möglicherweise keimte bei dem Mann durch die Meldungen über Unruhen in Syrien neue Hoffnung auf Asyl. Fakt ist: Er beschloss, aus „Yusif“ soll wieder „Mohamed“ werden. Da das natürlich nicht ging, ohne zuzugeben, dass er jahrelang unter einer falschen (irakischen) Identität gelebt hat, musste sich der Mann nun wegen eines Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz vor dem Amtsgericht verantworten.

„Ich bereue das. Aber ich war damals gezwungen, falsche Angaben zu machen“, erinnerte sich der 48-Jährige. Angeblich habe man ihm erzählt, dass er bei Angabe seiner syrischen Identität so gut wie sicher abgeschoben werde. „Die Beweggründe mögen menschlich verständlich sein, aber die Angabe falscher Namen ist und bleibt eine Straftat“, hieß es im Urteil.

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